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Wasser und Wassermangel – kein Thema für uns

Die  Interessierten, die in den Felsenkeller zum Thema:  Wasser und Wassermangel gekommen waren  erhielten an diesem Abend einen durchaus außergewöhnlichen Vortrag über Wasser. Joachim Türk – lange Jahre Chefredakteur der Rhein-Zeitung – heute Lehrbeauftragter an der FH in Köln – brachte den Anwesenden zunächst in unterschiedlicher Form diesen lebenswichtigen und unglaublichen Stoff  WASSER nahe.
Täglich gehen wir mit diesem Element um – wir bestehen selber zu einem großen Teil aus Wasser und brauchen es dringend zum Leben. Aber eigentlich wissen wir nicht einmal genau, wo es herkommt. Jedenfalls ist mindestens die Hälfte des Wassers älter als die Sonne, und wahrscheinlich stammt unser Wasser aus dem Weltall, von Asteroiden transportiert.  Wasser prägt alle Schöpfungsriten der Religionen- und auch unsere Kultur in Kunst  und Musik  – wie  wir mit verschiedenen kurzen Einspielungen erleben konnten. Wasser ist durch nichts zu ersetzen – ohne Wasser überleben wir maximal 5 Tage. Wie gut, dass wir Wasser nicht verbrauchen können sondern nur gebrauchen, denn wir nutzen es in einem Kreislauf – des Gebrauchs und der Regeneration und neuerlichen Gebrauchs. Stadtgründungen und Ansiedlungen geschahen oft an Wasserstellen – Wasser wurde geschützt und verteidigt – auf Missbrauch wie Brunnenvergiftungen standen hohe Strafen.  Dies gibt es heute nicht mehr, denn Wasserverschmutzung ist heute weltweit ein großes Problem.
70 % der Erde ist von Wasser bedeckt, davon sind allerdings 97,5 % Salzwasser.  Die Hälfte des Restes ist noch gefroren.  23,4 Miokm³ Grundwasser gibt es – 3,6 Mio km³ sind in Flüssen und Seen als Trinkwasser vorhanden. Die Menge ändert sich nicht  – lediglich die Zeit zur Regeneration wird heute problematisch … es geht nicht im Zeitrafferverfahren – wir verschmutzen zu viel zu schnell.
Früher war Wasser heilig – der erste Teil von Gesetzen und Demokratie waren Wasserregeln – schon früh gab es Bewässerungsanlagen und auch die ersten Kriege ums Wasser. Heute gelten wir  als wasserreich  – was allerdings nicht mehr so ganz stimmt. Der Grundwasserspiegel sinkt zum Teil drastisch – die Reinigung wird immer schwieriger – es werden jährlich 300 000 Tonnen Schlamm aus dem Wasser gefiltert – auch wenn heute Flüsse nicht mehr als Abwasserkanäle genutzt werden, gelangen über die intensive Landwirtschaft, über Chemie und Gülle zu viel Nitrate ins Grundwasser, so dass der Nitratgehalt in vielen Regionen deutlich zu hoch ist. Bereits 2010 war das Grundwasser unter 15% der  landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr als  Trinkwasser zu gebrauchen.  Die Verdichtung durch zu große Maschine führt außerdem dazu, dass das Regenwasser nicht einsickern kann und zum Grundwasser gelangen kann, sondern abfließt.
Dazu wird in anderen Ländern der Erde, die wesentlich weniger Wasser haben, für die Erzeugung unserer Lebensmittel- und Konsumprodukte viel Wasser verbraucht:  20.000 l für 1 Kg Baumwolle – 15.000 l für 1kg Rindfleisch – 4.500 l für 1 Kilo Eier – 2.500 l für 1 T-Shirt. 1 Avocado braucht 400 l !

         Dieses sogenannte „virtuelle“ Wasser spielt bei den Ökolabels bisher aber noch keine Rolle.

Nicht nur die Swimmingpools in Kalifornien und die vielen Golfplätze in Spanien verbrauchen lebensnotwendiges Wasser – die Monokulturen für den Export in den südlichen Ländern der 3. Welt führen nicht nur zu extremen Wasserverbrauch sondern letztendlich auch zu einer Degradierung der ehemals fruchtbaren Böden. Wüsten entstehen – mittlerweile 15% ehemaliger Ackerfläche sind unbrauchbar. Dort würde besser in traditioneller weise angebaut – nur das wäre sinnvoll.
Der Versuch Meerwasser zu entsalzen ist nicht wirklich erfolgreich – es ist unglaublich energieaufwändig und nicht nachhaltig.
Wasser muss mit einem Wert versehen werden – staatliche Stellen müssen die Kontrolle darüber haben und nicht private Firmen, die damit wirtschaften. Ein lebensnotwendiges Gut darf  nicht ökonomischen Theorien unterworfen werden. Es gibt ein Menschenrecht auf Wasser – in der UN Charta verankert – darum kann Wasser eigentlich kein Wirtschaftsgut sein, dessen Preis sich an Angebot und Nachfrage orientiert.

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