Brodeinheit

Brodeinheit

EINE REGIONALWÄHRUNG FÜR DEN WESTERWALD?

In einer Zeit

  • in der sich die Finanzmärkte von der Realwirtschaft abgekoppelt haben und ein stetig wachsendes Geldvolumen in Millisekunden um den Globus rast,
  • in der die Finanzspekulationen die Lebensmittelpreise weltweit ansteigen lassen und so die Ernährungssituation für wachsende Teile der Weltbevölkerung zusätzlich verschärft,
  • in der global und massenhaftproduzierte Waren die Märkte überschwemmen und die Kaufkraft aus den Regionen abfließt,

beginnen immer mehr Menschen, sich mit den Auswirkungen des eigenen wirtschaftlichen Handelns auseinanderzusetzen. Wirtschaft von den Bedürfnissen der Menschen aus zu denken, erfordert andere Modelle wirt­schaftlichen Handelns. Die Idee der Genossenschaft von F. W. Raiffeisen, die hier in der Region entwickelt wurde, aber auch neuere Modelle wie die „Gemeinwohlökonomie“ von Christian Felber und die Möglichkeiten einer Regionalwährung als Instrument der Regionalentwicklung werden von WIBeN in der internen und öffentlichen Diskussion aufgegriffen.

Über mehrere Jahre lag ein Arbeitsschwerpunkt innerhalb von WIBeN in der Auseinandersetzung mit der Idee einer Regionalwährung. In der Tradition des Weyerbuscher Brodvereins von F.W. Raiffeisen entstand die Idee der Brodeinheit, als Regionalgeld für den Westerwald.

Eine Regionalwährung ergänzt den Euro

Sie hält das Geld in der Region, da sie nur hier wieder ausgegeben werden kann. Sie fördert regionale Produkte und das Angebot an Dienstleistungen vor Ort. Sie stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe, vermeidet unnötige Transportwege, stärkt den Blick auf die Spezialitäten der Region, lässt neue Kooperationen und gemeinsame Vermarktungsstrategien entstehen. Sie fördert ein Wirtschaften, das Nischen schafft, in denen sich Dienstleistungen und Waren am Markt platzieren können, die in den Euromarkt nicht oder noch nicht integriert werden, wo Qualität statt Masse, ökologische und soziale Produktions- und Arbeitsbedingungen und ein faires Preis-Leistungsverhältnis gewollt sind.

Sie braucht aber vor allem in ihrer konkreten Umsetzung sehr viel Manpower, so dass dieses Projekt zum aktuellen Zeitpunkt von den Akteuren nicht „gestemmt“ werden konnte. Die Versammlung der Beteiligten an der Brodeinheit beschloss daher am 17.09.2014 die Regionalwährung in der bestehenden Form abzuwickeln. Inwieweit ein Regionalgeld als Instrument regionaler Entwicklung noch einmal in Betracht gezogen wird, hängt davon ab, wie sich der Gedanke regionaler Wirtschaftsformen weiter realisieren wird. Die Entstehung des „Unikum -Der Regionalladen“ in Altenkirchen, als Ausgangspunkt für regionalwirtschaftliches Denken und Handeln eröffnet hier vielleicht neue Möglichkeiten.

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